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Was gibt es für prinzipielle Unterschiede zwischen den DVD-Playern?

Wir danken dem Nitschke Verlag für die Genehmigung des Abdrucks dieser Artikel.



Das Angebot ist schier uferlos: DVD-Player, soweit das Auge reicht. Hinzu kommen DVD-Player in diversen Kombinationen, von der TV/DVD-Kombi bis hin zur kompletten Heimkinoanlage. Uli Wienforth verschafft in einer großen Marktübersicht einen Überblick. Lesen Sie, in welchen Eckpunkten sich die Geräte unterscheiden.



So viel vorweg: Die DVD ist nicht nur wegen ihrer Bildqualität so erfolgreich, sondern auch wegen des ausgezeichneten Tons. Den können Sie aber nur über adäquate Verstärker und Lautsprecher voll zur Geltung bringen. Langfristig sollten Sie sich deshalb mit dem Gedanken an eine komplette Heimkino-Anlage anfreunden, bestehend aus DVD-Player, AV-Receiver und sechs Lautsprechern - drei vorn, zwei hinten und einem Subwoofer für die ganz tiefen Töne. Doch das hat Zeit. Für den Anfang können Sie den DVD-Player ganz einfach via Scart an den Fernseher anschließen, wie Sie das vom Videorecorder gewohnt sind.

Die Preise sinken zum Teil drastisch Noch einfacher ist natürlich die integrierte Lösung: ein TV-Gerät mit eingebautem DVD-Player. Besonders flexibel ist sie aber nicht. Deshalb setzt sich bei den Video-Anlagen mehr und mehr die Komponentenidee durch, wie wir sie aus dem HiFi-Bereich kennen: Player (DVD), Recorder (VHS), Tuner (Sat-Receiver) und Ausgabegerät (TV-Monitor) in separaten Gehäusen. Apropos HiFi-Anlage: Jeder DVD-Player kann auch Audio-CDs abspielen und wie ein CD-Spieler an die HiFi-Anlage angeschlossen werden. Sie können also HiFi- und Video-Anlage mit einander verschmelzen, indem Sie den Fernseher zwischen Ihre HiFi-Boxen stellen. Nur: Den Ton zum Bild ausschließlich über die Stereo-Lautsprecher wiederzugeben, ist problematisch, denn wenn Sie nicht exakt in der Mitte sitzen, orten Sie die Dialoge nicht auf dem Bildschirm. Nicht umsonst haben Heimkino-Anlagen eine Center-Box. Als Kompromiss können Sie aber auch den TV-Lautsprecher als Center-Box verwenden und die HiFi-Lautsprecher für linken und rechten Kanal. Das funktioniert natürlich nur bei Fernsehern mit Audio-Eingängen. Bei Musik-CDs bleibt dann der Center stumm. Sie hören in klassischem Stereo.

Musikliebhaber, die für die neuen, hochauflösenden und mehrkanaltauglichen Tonträger gerüstet sein wollen, werden einen DVD-Player wählen, der diese Formate unterstützt. Das ist leichter gesagt als getan, denn zwei konkurrierende Systeme kämpfen um die Vorherrschaft: "Super Audio CD" und "DVD-Audio". Beide basieren auf der DVD-Technologie, unterscheiden sich aber stark im Daten format und sind deshalb nicht kompatibel. Auf normalen DVD-Video-Playern laufen die neuen Scheiben nicht. Achten Sie auf das "DVD Audio/Video''-Logo, wenn Sie ein DVD-Audio-taugliches Gerät suchen.

Es gibt auch Kombigeräte für DVD-Video und SACD. Eine viel versprechende Neuerscheinung ist der DV-747A Multiplayer von Pioneer, der für etwa 1.500 Euro sowohl DVD-Audio und-Video als auch Mehrkanal-SACD lesen kann. Ein Modell, das sicher bald Nachahmer finden wird. Wenn Sie mit den neuen Tonträgern nichts am Hut haben, kommen Sie deutlich billiger ans Ziel. Sie müssen sich im Wesentlichen entscheiden, ob Sie einen Player mit eingebautem Decoder für den digitalen Surround-Ton brauchen oder nicht. Es gibt nämlich prinzipiell zwei Anschlussvarianten zwischen DVD-Player und AV-Receiver: Entweder der Player gibt alle sechs Tonkanäle als digitalen Bitstrom über ein einziges Kabel an den Receiver aus. Dort werden die Bits dann decodiert und in sechs analoge Signale umgewandelt. Oder der Decoder steckt bereits im DVD-Player, der dann über sechs analoge Cinch-Kabel mit dem Receiver verbunden wird. Dazu muss der Receiver einen so genannten 5.1-Eingang haben. Weil aber die meisten AV-Receiver heute mit integriertem Decoder aufwarten, kommen Sie im Normalfall mit einem (preiswerteren) Player ohne Decoder aus - der sich im Übrigen einfacher anschließen lässt. DVD-Spieler mit integriertem Decoder erkennen Sie im Zweifel an den sechs Cinch-Ausgangsbuchsen.

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Fähigkeit des DVD-Players, selbst gebrannte CD-Rs wiederzugeben. Wohlgemerkt: Normale CDs kann jedes DVD-Gerät abspielen, CD-Rs aber nicht unbedingt. Das schaffen nur solche Player, die neben dem roten DVD-Laser mit einem zweiten, infraroten CD-Laser ausgestattet sind. Bei neueren Modellen ist das immer häufiger der Fall. Viele von ihnen können sogar Musik im pflegeleichten MP3-Format von der CD-ROM wiedergeben. Nicht wenige Leute verwenden den DVD-Spieler auch als CD-Player und wünschen sich deshalb einen Wechsler, der bei der Organisation der umfangreichen CD-Sammlung ja hilfreich sein kann.

Neben den reinen DVD-Playern werden zahlreiche Kombi-Lösungen angeboten, zum Beispiel die Platz-sparenden DVD-Receiver, also DVD-Player und AV-Receiver in einem Gerät. Dabei brauchen Sie sich keine Gedanken über Digital-Decoder und Verkabelung zu machen - Sie schließen einfach die sechs Lautsprecher an, fertig. Solche Geräte können klanglich sehr hochwertig sein, allerdings sind ihrer Ausgangsleistung wegen des beschränkten Platzes Grenzen gesetzt. Immerhin müssen in dem meist flachen Gehäuse neben dem Laufwerk auch noch fünf Endverstärker untergebracht werden (der sechste Lautsprecher, der Subwoofer, hat generell eine eigene Endstufe eingebaut). Ein weiterer Nachteil der Kombilösungen ist, dass spätere Aufrüstungen oft durch das kompakte Konzept behindert werden. Der einfachste Weg zur vollständigen Heimkino-Anlage ist das Komplettpaket, das neben DVD-Player und AV-Receiver auch noch das Surround-Lautsprecherset enthält. Es ist oft erstaunlich preisgünstig, und die Lautsprecher sind so schön klein, dass sie sich unauffällig im Wohnzimmer unterbringen lassen. Für den Ton zum Bild bieten diese Anlagen auch durchaus angemessene Qualität, ein Ersatz für die HiFi-Kette sind sie aber nicht. Wer Musik über die Surround-Anlage hören will, sollte in größere Lautsprecher investieren. Und wenn Musik in Zukunft mehrkanalig wird, dann gilt das auch für die rückwärtigen Boxen. Am Lautsprecher sparen heißt am falschen Ende sparen.

Dafür brauchen Sie für den DVD-Player kein Vermögen auszugeben. Schon in der Einstiegsklasse gibt es sehr gute Geräte. Wir werden im Fono Forum ab jetzt regelmäßig solche Player vorstellen. Sie werden außerdem über die oft nicht ganz einfache Bedienung informiert werden. Das Multimedia-Zeitalter hat begonnen.

Gute Verbindung...

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