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Da war man mit Recht gespannt: Würde der kammermusikalische Ansatz, mit dem der polnische Dirigent Wojciech Rajski die Symphonien 1-8 so überzeugend neu gedeutet hat, auch bei der "Neunten" funktionieren? Schließlich ist diese Symphonie, insbesondere ihr Schlußsatz, geradezu Sinnbild für symphonische Größe und Ausgangspunkt für die Riesen-Orchester der Romantik. Doch nach wenigen Takten hat Rajski nicht nur jeden Zweifel zerstreut, man weiß auch, daß er alle Erwartungen übertreffen wird. Und gerade mit dem vierten Satz gelingt ihm und seinem Polnischen Kammerorchester (bei geringfügiger Unterstützung von zwei Chören und – übrigens hervorragenden – Gesangssolisten!) ein echtes Bravourstück: Dieselbe Schlankheit und Durchhörbarkeit, die man aus seinen anderen Beethoven-Einspielungen kennt und schätzt, bei einem Maximum an Dynamik und Spannung. Daß das hier spielende Orchester kaum halb so personalstark auftritt wie die Klangkörper so ziemlich aller Konkurrenzeinspielungen, hat man sehr schnell vergessen. Ein Beethoven-Erlebnis von seltener Intensität, und klanglich möglicherweise die beste "Neunte" auf Schallplatte! (Achtung: Seite vier wird von innen nach außen abgespielt, um gerade das Finale ohne dynamische Kompromisse abbilden zu können.)

Janis Obodda, Connaisseur Mailorder Schallplattenversand

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