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Die Streichquartette op. 74 widmete Joseph Haydn seinem Logenbruder Graf Anton Apponyi. Dieser soll 450 Gulden für ein einjähriges, exklusives Nutzungsrecht bezahlt haben.

Das Auryn Quartett spielt den ersten Satz des 1. Quartetts recht spritzig und kontrastreich. Besonders schön gelingt das Andantino grazioso, während das Menuett, das zwar Allegro bezeichnet ist, seinen tanzartigen Charakter durchaus wahrt. Auch im Vivace forcieren die Auryns das Tempo nicht, geben dem Satz aber durch ein kluges Rubato eine innere Lebendigkeit welche die Musik im besten Sinne mitreißend werden lässt.

Sehr spannend und im besten Sinne pulsierend und flüssig, erklingt auch das geistreich humorvolle Streichquartett op. 74 Nr. 2, ehe das Auryn Quartett dann im Opus 74 Nr. 3, dem sogenannten Reiterquartett mit einem akzentreichen und dennoch sehr flüssigen Spiel unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Der Kontrast zum Largo assai könnte nicht größer sein, und die Auryns kosten das genussvoll und mit sattem Pathos aus, ohne jedoch zu übertreiben. Die vier Musiker haben durchaus verstanden, dass es Haydn hier nicht darum ging, besonders introspektiv vorzugehen, weswegen man im Largo auch manchmal meint, ein kleines Augenzwinkern auszumachen. Nach dem Menuett (einem weniger inspirierten Satz) folgt das Finale, das mit seinen kräftigen Rhythmen dem Stück den Namen ′Reiterquartett′ eingetragen hat.

Das Auryn Quartett musiziert sehr spontan und darstellerisch, aber auch hier ohne stilistisch zu sündigen, ohne jeden Exzess. Das muss man eben können: Die Form zu wahren und den Hörer dennoch mitzureißen in diese herrliche Welt vollendeter klassischer Quartettkunst. Die Auryns bringen Klangwirkung und Klangästhetik in perfekte Übereinstimmung.
RéF

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