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Bisher hatte sich Evgeni Koroliov vor allem wegen seiner strengen, tief schürfenden Bach-Interpretationen einen Namen gemacht. Nach seinem ersten Chopin-Album, das er jetzt ausgerechnet einer Auswahl von Mazurken widmete, muss der 60 Jahre alte Wahl-Hamburger auch zu den großen Chopin-Interpreten gezählt werden.
(...) Koroliov trifft diesen persönlichen Seelenton mit der für ihn typischen Mischung aus Strenge und Sensibilität. Sein Ton bleibt die ganze Zeit über erstaunlich geradlinig, herb und schnörkellos – wie durch Bachs Polyphonie geläutert – und trotzdem gelingt es ihm, viel tiefer hineinzuleuchten in die schmerzliche Seele Chopins als etwa den vielen Parfümierern und Klangästheten. Koroliov schwingt sich ein in Chopins musikalische Rhetorik, er meditiert geradezu und verschwindet ganz hinter der Musik. So gewinnt sein Spiel trotz des hohen Grades von Persönlichkeit eine unglaubliche objektive Kraft.
(...) Das ist das suggestivste Chopin-Album seit langem. Und wenn ich nur drei CDs auf die einsame Insel mitnehmen dürfte, Koroliovs Chopin-Mazurken wären dabei.
Attila Csampai

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