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Insbesondere die beiden frühen Smphonien kommen der geringen Größe des ausführenden Ensembles ganz besonders entgegen; eigentlich sollte man sie mit größerem Klangkörper (für den sie nicht konzipiert sind) gar nicht aufführen. Nicht weit weg von der ästhetischen Idee her sind diese Einspielungen von denen Hermann Scherchens oder René Leibowitz': Romantizismen finden nicht statt; es ist der Geist der von der Französischen Revolution geprägten Entstehungszeit, der hier hör- und fühlbar ist. Formal ist diese Musik zwar immer noch der Klassik, also der Epoche Haydns und Mozarts, zugehörig – doch sind schon diese frühen Symphonien Beethovens überhaupt nicht mehr dazu geeignet, an Fürstenhöfen zur Unterhaltung eingesetzt zu werden: Diese Musik wurde geschrieben, um aufzurütteln! Es ist schon beinahe ein Paradoxon, daß sie das offenbar viel besser kann, wenn sie von einem vergleichsweise kleinen Klangkörper gespielt wird, als bei einem großen, aus der romantischen Musiktradition kommenden Symphonieorchester. Wobei die von Wojciech Rajski gewählten Tempi und seine dynamische Gestaltung auch davon zeugen, daß sich hier jemand sehr intensiv mit Beethoven und seiner Zeit auseinander gesetzt hat… Auch die "Achte" kann man hier in exemplarischer Form hören: Hier war Beethoven ein letztes Mal zur strengen klassischen Form zurückgekehrt und gab sich dabei selten leichtherzig. Zwischen den Schwergewichten Sieben und Neun wirkt die humorvolle, beschwingte und verglechsweise kurze Symphonie fast wie ein Fremdkörper; die Verwandtschaft zu den frühen Symphonien ist im Grunde enger. Die Kopplung hier also durchaus sinnvoll; dennoch ein wenig ärgerlich, daß Besitzer der Originalpressung (nur mit 1 & 2) nun auch diese Ausgabe erstehen müssen, wenn der Zyklus vollständig sein soll…! (2017, rec. 2005 & 2008)
Janis Obodda


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