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Mozarts sechs, nach ihrem Widmungsträger benannten Haydn-Quartette entstanden 1782–85 als Reaktion auf dessen epochales Opus 33. Haydns radikale Neuerungen – Eigenständigkeit aller Stimmen, Neudefinition der Formen – werden von Mozart aufgegriffen und überhöht, weisen aber noch weiter in die Zukunft. So darf etwa die Schlussfuge von KV 387 bereits als Modell für das Finale der »Jupiter-Sinfonie « gelten, manche Tonrepetitionen oder Moll-Umfärbungen nehmen fast den späten Schubert voraus, von der musikhistorischen Bedeutung des »Dissonanzen-Quartetts« KV 465 ganz zu schweigen: der ganze Zyklus ein Gipfel nicht nur in Mozarts Kammermusikschaffen. Das seit über 35 Jahren in unveränderter Besetzung spielende Auryn Quartett überzeugt hier in jeder Hinsicht. Perfekt in Intonation und Zusammenspiel werden die vielen, auch ungewöhnlichen Details der Partituren (etwa schnellste Dynamikwechsel) nicht nur klanglich bestechend schön hörbar gemacht, sondern immer auch psychologisch durchleuchtet. Sinnzusammenhänge und Mozarts erstaunliche emotionale Vielschichtigkeit kommen mit einer Klarheit zum Ausdruck, die den Hörer unmittelbar ergreifen muss. Weil alle Wiederholungen gespielt werden, wird so Mozarts Aufwertung der Coda in den Kopfsätzen evident. Diese Einspielung hat zweifelsfrei Referenzqualitäten.
Martin Blaumeiser

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