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(...) Der Frankfurter Pianist Christoph Ullrich und das kleine feine Tonmeisterlabel Tacet haben sich dem Mammutprojekt verschrieben. Und vor liegt jetzt Volume 3 der Gesamteinspielung, was eine 3-CD-Box ist mit insgesamt 49 Sonaten.

(...) Wenn man sich alle vornimmt wie Christoph Ullrich, da kulminiert dann förmlich die Herausforderung, für jede einzelne den richtigen Ton zu finden, und Ullrich meistert das musikalisch, klanglich, pianistisch auf dem perfekt eingestellten Steinway wirklich famos. Er hat sich von jeder Sonate ein Bild gemacht, er hat die jeweilige musikalische Binnenatmosphäre reflektiert, hat dafür pianistische, was auch heißt: klangästhetische Lösungen gesucht. Wie eine Plastik wusste er jede Sonate zu modellieren, ihren ureigenen Charakter auszumessen. Da steckt ja viel Leben drin in dieser Musik, sie ist kaum zu vergleichen mit den Tableaus von Bach etwa oder Händel. Ohne etwa die Gassen Neapels, das süditalienische Meer, die spezifischen Landschaften dort, auch die Natur Spaniens, das Leben in Madrid zu kennen, die Folklore Italiens und Spaniens, deren Tanzformen und –stile, kann man kaum ermessen, worum es geht in Scarlattis Musik. Da steht ja alles auf engem Raum nebeneinander, Heiterkeit, Melancholie, Drama, Zuspitzung, Tanz. Das alles will klanglich entsprechend abgebildet sein in diesen pianistischen Miniaturopern. Ullrich findet für jede Sonate einen überzeugenden Zugang, sein Spiel kennt nicht nur Farben, sondern insbesondere auch Zwischenfarben, selbst virtuose Passagen werden mit Kontur und Charakter versehen, man kommt aus dem Staunen über diese funkelnde, passgenaue, luzide, spannungsgesättigte Pianistik kaum heraus. Ich hoffe, diese Aufnahmen bringen Ullrich, der leider immer noch und bereits viel zu lange als Geheimtipp kursiert, den Ruhm, den er verdient.

Martin Hoffmeister

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