"Eine sinnvolle Koppelung mit historisch interessanten Bezügen: Fauré schrieb sein Alterswerk nach lebenslanger Scheu vor einem Quartett (Beethovens Schatten ragte bis Frankreich) im Todesjahr 1924. Der jüngere Debussy vollendete sein Quartett 1893 in der kreativen Phase des ′Prélude à l′après-midi d′un faune′ als 31-Jähriger. Ravel, Kompositionsschüler Faurés, nahm sich für sein 1902/03 entstandenes Quartett das von Debussy zum Vorbild. Das Auryn Quartet erreicht bei Debussy trotz phänomenalem Tacet-Klang nicht die mir immer fast zu ausgetrocknete Durchsichtigkeit des La Salle Quartets und nicht die leider auch etwas nachlässige Unbekümmertheit wie das Quatuor de Genève in Ravels Jugendwerk. Dafür legt es herrliche, wohl geordnete Farbflächen aus, die Stimmen wie die Schlingen eines üppigen Knüpfteppichs miteinander verwoben, luxuriös - ja, doch nicht zu wattig. Fazit: Die Auryns begeistern mit Debussy und Ravel, doch das so selten eingespielte Fauré-Quartett macht die CD wegen ihres Programms nahezu konkurrenzlos."
hg

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