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"Der schwedische Romantiker Berwald, der 1868 in Stockholm starb, feierte seine größten Erfolge außerhalb seines Vaterlandes, dem er sich dennoch zutiefst verbunden fühlte. Sein drittes Klaviertrio aus dem Jahre 1851 ist eine meisterhaft gearbeitete, zudem durchaus originelle Kammermusik, deren eigener Ton niemand überraschen sollte.
Wer aber war oder ist Louise Farrenc? Die französische Komponistin, 1804 geboren, 1875 gestorben, war eine exzellente Pianistin und beeindruckte ihre Landsleute samt weltberühmter Künstlern wie Robert Schumann oder den Geiger Joseph Joachim durch ihre Kompositionen, die gleichwohl keine Resonanz fanden. Lag es daran, daß sie eine Frau war? Es ist zu befürchten. Wer allerdings ihr Nonett, ihre Quintette, ihr Klarinettentrio oder eben das vorliegende Klaviertrio hört, wird kaum begreifen können, wie man ihnen Mangel an Farbe und Wärme nachsagen konnte. Denn Louise Farrenc schrieb eine hochromantische Musik, deren klassische Formdisziplin mit virtuoser Technik und einer individuellen Inspiration korrespondierte, die sie zur bedeutendsten Komponistin um die Mitte des 19. Jahrhunderts machte.
Hier also ist eine weitere Entdeckung zu machen, richtiger eine Wiederentdeckung, wozu das Klaviertrio d-moll op.34 den rechten Einstieg ermöglicht, zumal in der zupackenden, ebenso virtuosen wie ausdrucksvollen Wiedergabe durch das Abegg Trio. Es musiziert auf sehr hohem Niveau (das die Aufnahmetechnik zumindest im Berwald-Trio nicht ganz mithalten kann) und beeindruckt durch die Intensität seines Engagements, die beiden Kompositionen, beiden Kammermusikraritaten bestens bekam."
Ekkehard Kroher

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