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(…) Carlo Rizzi und das Netherlands Philharmonic Orchestra Amsterdam haben Orchesterwerke des Franzosen [Maurice Ravel] eingespielt - in frappierender Klangqualität. Selten blickt man vom Hörsessel aus auf das in den Raumproportionen, der Dynamik und den Klangfarben so gut mit einem realen Konzerteindruck übereinstimmende Bild eines Orchester. Davon profitiert der berühmte, von Rizzi vergleichsweise langsam angeschobene und mit vielen schön musizierten Soli im Orchester aufwartende Boléro mehr als La Valse, das Karajan einst mit dem Orchestre de Paris so dunkel-schimmernd, gefährlich sinnlich und geheimnisvoll raunend inszeniert hat, dass es (mir) schwerfällt, eine zwar in tausend Farben und hundert präzisen Strichen gezeichnete, aber eben doch eher als Klangstudie angelegte und weniger erzählende Interpretation als gleichwertig zu akzeptieren. Der Witz von "Ma mère l'Oye" oder die elegische Ruhe der "Pavane" kommen besser zur Geltung als die beiden mit unerbittlicher Konswquenz im Unterstrom auf einen Zusammenbruch hin zu lenkenden Werke. Mit der Geste und Intensität eines großen Virtuosen spielt Gordan Nicolic die "Tzigane". (…)
Heinz Gelking

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