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(...) Alles andere als monoton ist die Klaviermusik von Domenico Scarlatti. 555 Sonaten sind erhalten geblieben. Die erste kreative Aufgabe für den Interpreten liegt schon darin, eine Auswahl zu treffen und eine Trackliste festzulegen. Christoph Ullrich spielt sie in seiner 2011 gestarteteten Gesamtaufnahme in jener Reihenfolge ein, in der sie schon zu Scarlattis Lebzeiten in Bänden zusammengefasst wurden, (...). Ullrich agiert, als seien die Noten (gerne nennt er sie "schwarze Pünktchen auf Papier") bloß die Textgrundlage für eine von ihm zu erfindende (oder zumindest: zu erfüllende) Rolle. Er schärft Kontraste, sucht Abenteuer, findet Klangvarianten, nutzt Wiederholungen, um darin nochmals freier zu fabulieren:Scarlatti als Experimentierfeld, auf dem man sich von Wissen, Erfahrung und Geschmack, aber eben auch vom pianistischen Instinkt und musikalischer Spontaneität leiten lassen kann. (...)

Heinz Gelking

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