Shopping cart
(0 Articles)

 

--> zur Original-Kritik
Der deutsche Pianist Alfred Reisenauer (1863-1907) ist heute kaum noch bekannt. Er galt als Wunderkind und wurde 1874 Schüler von Franz Liszt, bei dem er bis zu dessen Tod im Jahre 1886 blieb. Er soll in seiner Karriere mehr als 2.000 Konzerte in Europa, Russland, den USA und China gegeben haben.
Am 10. April 1905 nahm er mehrere Klavierstücke für das Reproduktionsklavier Welte-Mignon im Leipziger Aufnahmestudio von Welte auf. Die Rollen von damals wurden erhalten und jetzt mit modernster Audiotechnik von Tacet im Studio aufgenommen. Reisenauers Interpretation des ‘Carnaval’ op. 9 von Schumann ist phänomenal in ihrer unbändig karnevalesken Form, mit einfallsreicher Rhythmik und wunderbaren Charakterzeichnungen.
Auf der Welte-Rolle der 10. Ungarischen Rhapsodie wurde vermerkt: « Nach persönlichen Erinnerungen an Franz Liszt ». Hier spielt also ganz klar der Schüler des großen Meisters.
Sehr persönlich erklingen die Beethoven- und Chopin-Stücke, die sich ebenfalls durch eine ganz spezielle Rhythmik und Phrasierung auszeichnen.
Eine spannende Klavierplatte, jedem Freund von Klaviermusik wärmstens zu empfehlen.
Remy Franck

<< back