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--> zur Originalkritik

Zwei Meisterquartette von Mozart finden im ‘Auryn Quartett’, wie erwartet, Meisterinterpreten. Die Streichquartette Nr. 14, G-Dur, KV 387, und Nr. 15, d-Moll, KV 421, sind die beiden ersten der sechs Quartette, die Mozart dem von ihm so sehr verehrten Joseph Haydn gewidmet hat und die daher unter dem Namen ‘Haydn-Quartette’ berühmt geworden sind. Die Auryns spielen die beiden Werke genauso wie man es von ihnen erwartet hatte: bewegungs- und detailreich, mit viel Fantasie in Dynamik, Artikulation, in den Farbwerten und in der klaren Klangbrillanz.

So werden die Strukturen offengelegt, Kontraste werden herausgestellt, Spannungen aufgebaut, Dramatik wird geschärft. Was bei anderen Quartetten eine kühl-intellektuelle Atmosphäre hervorrufen würde, bleibt dank des sensiblen Musizierens dieser vier Musiker immer warmherzig und gewinnend temperamentvoll. Davon profitiert das G-Dur Quartett ebenso wie das dramatischere d-Moll-Streichquartett KV 421, das die Auryns sehr gestisch angehen und so, über ein normales lebendiges Musizieren hinaus, rhetorische Intensität erlangt.

Die ‘Real Surround Klang’ von Tacet ist immersiv und dennoch ganz natürlich und angenehm räumlich. Auch das ist eine echte Meisterleistung.

Remy Franck

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