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--> zur Original-Kritik

Zu Hause und doch Mittendrin: das könnte in etwa die Klangphilosophie des Labels Tacet sein. Audiophile kommen hier auf ihre Kosten, denn die Einheit von musikalischer Wiedergabe, Aufzeichnung auf Tonträger und Wiedergabe auf möglichst hochwertigen Audio-Komponenten wie etwa einer Stereo-Anlage geht hier Hand in Hand. Das steht einerseits in dem Ruf, vorwiegend etwas für Besserverdienende zu sein, denn wer mal in einem Hifi-Studio von den ausgezeichneten Preisen Notiz genommen hat weiß: die Grenzen sind nach oben offen. Das muss andererseits aber nicht sein, es gibt schließlich auch im Budget-Bereich ausgezeichnete Hifi-Anlagen und vieles, was sich gerade im höheren Preissegment an Anlagen und Zubehör tummelt, kann getrost als Glaubenssache bezeichnet werden.

Manchmal tut’s einfach auch die gute alte Stereo-Anlage, dann sollte auch eine gute Aufnahme wie diese hier gut klingen. Spielt man sie dagegen im SACD-Format ab, also mit mehr als nur zwei Kanälen, dann kann man durchaus sein kleines Klangwunder erleben. Im Falle dieser Aufnahme mit dem Auryn-Quartett hat man dann wirklich das Gefühl, mittendrin zu sitzen: von vorne links und rechts kommen die beiden Violinen, hinten links sitzt die Viola und rechts das Cello. Dann heißt es nur noch: Augen zu und lauschen.

Mehr braucht man angesichts dieser brillanten Aufnahme nicht zu tun. Das Auryn Quartett zu loben hieße Eulen nach Athen zu tragen. Seit Jahrzehnten zählt das Quartett zu den besten weltweit und auch die Aufnahme zweiter Haydn-Quartette von Wolfgang Amadeus Mozart bestätigt diesen Status einmal mehr. Hier wird detailversessen aber auch mit musikantischer Lust musiziert. Die Klangkultur ist über jeden Zweifel erhaben, die Interpretation auf den Punkt genau dosiert. Das ist Quartettkultur in Vollendung.

Guido Krawinkel

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