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--> zur Original-Kritik

Klassik-Heute-Autor Peter Cossé, der hochgeachtete, leider im Dezember 2017 plötzlich verstorbene Kritikerkollege, konnte durchaus als der Doyen der Musikkritik auf dem Feld der Klaviermusik gelten – profunde Kenntnisse und ein durchaus persönliches, doch stets sicher begründetes Urteil sicherten ihm diesen (allerdings nie persönlich gesuchten) Anspruch. Er besprach die ersten beiden Folgen von bis zu dieser Veröffentlichung fünf erschienenen Teilen der Integrale von Domenico Scarlattis 555 Claviersonaten in der Interpretation von Christoph Ullrich auf modernem Flügel; danach oblag mir die Rezension des dritten Bands, und Peter Cossé schrieb wiederum über den vierten und fünften Teil dieser Edition. Jetzt erhielt ich die neueste Ausgabe zur Besprechung und nahm mir zu diesem Anlass die Kritiken wieder vor, mit denen Peter Cossé dieses Mammutvorhaben des Pianisten Christoph Ullrich und des Labels Tacet begleitet hat.

Cossé beobachtete das Wachsen dieser Edition mit wachsendem Zuspruch, und auch ich muss, seit ich 2015 den dritten Teil von Christoph Ullrichs Gesamteinspielung der Sonaten Scarlattis besprach, bekennen, dass jeder neu erscheinende Teil diesem Vorhaben eine neue Facette hinzufügt. Da trifft es sich bestens, dass Ullrichs Gesamtaufnahme nach der Nummer der Einzelteile eine nach der Ordnung der Sonaten durch Ralph Kirckpatrick aufsteigende Reihenfolge aufweisen wird, der Pianist jedoch bei der Einspielung einer selbst gewählten Ordnung folgt; folglich sind die Nummern der einzelnen neu erscheinenden Teile freilich inkonsistent.

Vergleichseinspielungen: Klavier - Marcelle Meyer (EMI 568922 - Les Introuvables de Marcelle Meyer, Vol. 2, jetzt auf : Documents 600209)
Cembalo: George Malcolm (Decca Eloquence 4820506), Pierre Hantaï (Mir 273 AD: 2005), Bertrand Cuiller (Alpha alp 165, AD: 2009)
Fortepiano: Aline Zylberajch (AMY 002, als Download erhältlich)

Detmar Huchting

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