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--> zur Originalkritik

Dies ist eine sogenannte Real Surround-Aufnahme, d.h. der Hörer sitzt, sofern er die Schallplatte über ein Surround-System abhört, inmitten der Musiker, mit einer Hörerfahrung, die der des Dirigenten ähnlich ist.

Das Orchester Concerto Budapest hat eine Geschichte, die bis ins Jahr 1907 zurückreicht, trägt den aktuellen Namen aber erst seit 2009, zwei Jahre nachdem der Geiger und Dirigent Andras Keller das Orchester als musikalischer Leiter übernommen hatte. In seiner Interpretation der Neunten Symphonie setzt Andras Keller auf Kontraste, von denen gleich der erste Satz profitiert, mit sehr langsamen, fast schwebend gespielten Teilen und kräftigen, fast harschen Reaktionen sowie einem schwungvollen, extrem detailreichen und wohl ausbalancierten Musizieren. Das sehr langsam gespielte Largo strahlt viel Wärme aus und ist gefühlvoll, ohne sentimental-süß zu werden.

Eine wunderbare orchestrale Transparenz, viel Schwung und kräftige Akzente lassen die beiden Sätze in fein nuancierten Interpretationen aufleben, wobei das Surround-Hörerlebnis einfach vor allem Klangfiguren in den Holzblasinstrumenten deutlich macht, die man sonst so nicht mitbekommt.

Warm und lyrisch ausdrucksvoll sind die beiden Stücke Waldesruhe und Rondo, mit dem ausgezeichneten Miklos Perenyi als Solist. Die CD wird beendet mit drei schwungvollen und sehr farbigen Slawischen Tänzen.

Guy Engels

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