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"′Das Aufblühen am Anfang, das Verlöschen am Ende′ - so könnte Tschaikowskys a-moll-Trio charakterisiert, musik-analytisch, lebensschildernd beschrieben werden. Als Autobiographie sozusagen über eine schmerzvoll-verzerrte, melancholisch sich verzehrende Vita voller depressiver Schübe. Generationen haben diese Musik so gespielt. Da es auch anders geht - im Gefolge nachdenkender Kommunikation mit Musik, im Gefolge auch der Gehör-Gänge gereinigt habenden authentischen Aufführungspraxis - kann Tschaikowsky unsentimental klingen, stringent, klar, melodienselig und dennoch formvollendet im wahrsten Sinne des Wortes. Und genau das war es ja, worauf es dem Komponisten ankam: sein Kampf um die Form stand immer in Opposition zum Melodiösen, über das er im Übermaß verfügt. Das Abegg Trio holt Tschaikowskys Kammermusik in die Territorien der Klarheit. Temporelationen spielen da eine Rolle, Phrasierungsbögen, eine geklärte Gefühlslage.
Die Abegg-Leute spielen aus dem Autograph, verzichten auf vermeintlich Verbesserndes der einen oder anderen Druckausgabe. Sie haben sich der Mühe ausgesetzt, Tschaikowskys Bogensetzung, seine Angaben zu Artikulation und Gliederung zu berücksichtigen. Und: diese Offenheit im Umgang mit jeglicher Musik, die ihnen wichtig wird, zeichnet das Abegg Trio aus, vor anderen, neben anderen. Und das jetzt schon länger als ein Vierteljahrhundert, ohne die geringsten Routine- und Verschleiss-Erscheinungen. Das Label TACET legt hier erneut den Beweis vor, daß überall da, wo das Abegg Trio zu den Instrumenten greift, fulminanter Ausdrucksreichtum und technische Perfektion zum Einsatz kommen, dass verstaubte Partituren in neuem Glanz erstrahlen."
Wolf Loeckle

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