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"An Einspielungen von Beethovens Streichquartetten mangelt es wahrhaftig nicht, doch kann sich das inzwischen auf eine 23jährige Erfolgs-Karriere zurückblickende Auryn-Quartett im großen Feld der Konkurrenz souverän behaupten. Den sogenannten "Rasumowsky-Quartetten", die zusammen mit dem Es-Dur-Quartett op. 74 die zweite Folge der chronologisch angelegten Gesamtausgabe bilden, geben die Herren Lingenfelder, Oppermann, Eaton und Arndt etwas von der kühnen Neuartigkeit zurück, mit der Beethoven sich deutlich von der Tradition Haydns und Mozarts, aber auch dem Stil seiner eigenen vorangegangenen Quartette op.18 absetzte. Ihr musikantischer Zugriff scheut dabei nicht vor klanglichen Rauheiten zurück, die russischen Momente in Form von Volkslied-Zitaten in den beiden ersten sowie der charakteristischen Einfärbung des Andante con moto im dritten Quartett der Sammlung - eine Reverenz an den Auftraggeber Graf Rasumowsky - bewahren sich einen Hauch von Fremdheit, die seltsame Einleitung des C-dur-Quartetts hat durchaus verstörende Züge und die entfesselten Finalsätze sind von frappierender Unmittelbarkeit. Purer Schönklang ist ebenso wenig Sache der Auryn-Musiker wie analytische Spitzfindigkeiten, es dominieren Spontaneität und Spielfreude, wie sie sich auch in den Binnensätzen von op. 74, dem überirdischen As-Dur-Adagio und dem Mendelssohn antizipierenden Presto-Scherzo, nochmals manifestieren. Das Klangbild wirkt sehr natürlich, weniger an einem homogenen Verschmelzen als an einer deutlichen Trennung der Instrumente interessiert, was auch den Intentionen der Musiker entsprechen dürfte."
Sixtus König

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