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Das 1992 gegründete Trio Vivente setzt mit einer neuen CD (Eigenart 10370) seine Veröffentlichung von Haydntrios fort. Die erste CD (Eigenart 10290) enthielt Klaviertrios der späten Periode - Hob. XV: 18-20, 26, 31 ("Jakobs Traum") - und erregte 2001 viel Aufsehen. Jetzt also die während der 1780er Jahre entstandenen Trios - Werke, in denen Haydn besonders experimentierfreudig mit der Struktur und den Ausdrucksmöglichkeiten der noch neuen Gattung umgeht (Hob. XV: 5, 6, 12, 13, 14). Beim Klaviertrio fühlte der Komponist sich offenbar freier als beim hochstehenden Quartett und der öffentlichkeitswirksamen Sinfonie. Die Interpretinnen spielen moderne Instrumente, obwohl die Geigerin Anne Katharina Schreiber und die Cellistin Kristin von der Goltz als Mitglieder von Barockensembles weit mehr als nur einen Fuß bei der historisch informierten Aufführungspraxis in der Tür haben. Wenn eine Pianistin so durchsichtig und trocken-pointiert spielt wie Jutta Ernst und im Trio so gut aufeinander gehört wird wie bei den Vivente-Frauen, dann muss es allerdings auch nicht unbedingt ein Hammer¬flügel sein. Die beiden Streichinstrumente brauchen hier um Raum nicht zu kämpfen. So finden Geige, Cello und der (leider ein wenig ungepflegt klingende) Konzertflügel zu einem feinnervigen und sehr dialogischen Zusammenspiel. Heinz Gelking

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