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Die CD mit frühen Beethoven-Sonaten, die der Grazer Starpianist Markus Schirmer vor fünf Jahren vorgelegt hat, findet nun eine allenthalben sehnlich erwartete Fortsetzung. Für das Label Tacet hat sich Schirmer diesmal dreier Sonaten angenommen, die den Einstieg Beethovens in seine mit spektakulären Ausdrucksmitteln operierende, mittlere Schaffensphase dokumentieren; eine Phase, in der die klassischen Vorbilder sukzessive ihren Einfluss auf den Komponisten verlieren - die Sonaten in G-Dur und Es-Dur aus dem op. 31 sowie die berühmte "Waldsteinsonate" in C-Dur op. 53. Markus Schirmer hat diese Werke oft in Konzerten gespielt. Er interpretiert diese Stücke auf sehr hohem Niveau und genau, wobei vor allem die unprätentiöse Ehrlichkeit, mit der er sich der Musik nähert, für sich einnimmt. Schirmer bevorzugt durchgehend eher ruhige Tempi, stülpt den Kompositionen kein Glitterkostüm aus virtuosem Tand über, sondern entwickelt die Musik aus sich selbst heraus. Lyrisches klingt dabei nicht lieblich oder pathetisch, Stürmisches geht nicht im Furor unter. Freilich existieren - vor allem von der "Waldsteinsonate" - kantigere, feurigere, ja explosivere Lesarten, die Beethovens ungestümen Geist direkter einfangen. Markus Schirmers Präzision und Bedachtnahme, die geschmeidige Eleganz seines Spiels haben jedoch ihre eigenen Meriten. Bleibt nur zu hoffen, daß es nicht wieder fünf Jahre dauert, bevor Schirmer eine weitere CD mit Beethoven-Sonaten aufnehmen kann.
Martin Gasser

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