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Betörende Andachtsmusik aus dem England des 13. Jahrhunderts. „Providencia“ heißt dieses vielversprechende junge Pariser Ensemble, das beim Label Tacet nun seine Debüt-CD vorgelegt hat. Unter dem Titel „Crossing the Channel“ spüren die vier Sängerinnen den Wechselbeziehungen zwischen England und Frankreich im Mittelalter nach. Das Spektrum reicht vom 10. bis ins 13. Jahrhundert, vom Organum bis zum Chanson, vom Lateinischen über das Mittel-Englische bis zu verschiedenen Varianten des Französischen. Das älteste Stück stammt aus dem berühmten Winchester Tropar, der ersten großen Sammlung liturgischer Mehrstimmigkeit, aufgezeichnet von englischen Mönchen, die zuvor nach Frankreich gereist waren und den dortigen Klostergesang studiert hatten. (11) Te laudant angeli 3‘06 Wie interpretiert man Musik, die tausend Jahre alt ist? Von der oft nicht einmal die genauen Tonhöhen überliefert sind? Das Ensemble Providencia geht respektvoll mit den Quellen um, rekonstruiert sorgfältig, singt makellos und meditativ, ein bisschen in der Nachfolge des berühmten Quartetts „Anonymous 4“. Ein wirklich respektables Debüt.
Thorsten Preuß

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