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Noch heute ist das Verfahren beeindruckend und der äußere Eindruck ist dabei noch das Geringste: "Reproduktionsklaviere" nannten sich vor Hundert Jahren die automatischen Instrumente, die mit Lochstreifen gefüttert wurden und dann wiedergaben, was Musiker wie Ferruccio Busoni oder Max Reger einst auf ihnen gespielt hatten. Atemberaubend war dies in einer Zeit, in der die Schallplatte nur ein Krächzen zustande brachte.

Die Firma Welte in Freiburg (Breisgau) war mit ihrem "Mignon"-Verfahren damals der technische Spitzenreiter. Niemand kann heute, da das Firmenarchiv im Krieg zerstört wurde, mehr sagen, wie es Welte gelang, auch noch die feinsten Anschlagsnuancen auf den Lochstreifen zu bannen. Es scheint eine Art steinzeitlicher Vorläufer jener "MIDI"-Technologie zu sein, wie sie heute aufwendige elektronische Instrumente steuert.

Bei den Aufnahmen scheute Welte im frühen 20. Jahrhundert weder Kosten noch Mühen: Sogar in den USA besaß die Firma einen Ableger, bei dem sich um 1920 George Gershwin selbst ans Klavier setzte. Diese neue CD bringt davon Kostproben, darüber hinaus zahlreiche Aufnahmen damals topaktueller Unterhaltungsmusik mit anderen Pianisten. Die jüngsten entstanden 1928 - zu der Zeit, in der es die Schallplatte dann doch schaffte, die höchst aufwendige Welte-Technologie zu überflügeln.



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