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--> zum Original-Artikel von Michael Rüsenberg

(…) Also, wer die 65:46 Minuten dieses Albums aufmerksam verfolgt hat, der wird "Niederschlagsmengen" als nichts anderes verstehen als das reine Manna, das vom Himmel gefallen ist. Anders lassen sich Vielfalt, Konzept- und Interpretationsstärke dieses Projektes schwerlich werten.

Zu einer Zeit, da mehrere seiner Kollegen an elektronischen Geräten herumfummeln, mit dünnem Resultat, beschränkt sich Roger Hanschel auf fünf Instrumente, in keiner Form verstärkt oder verfremdet - und bietet Ganz Großes Kino.

Aber welcher Film wird da gezeigt? Welchem Genre gehört er an?
Label und Covergestaltung deuten in die Klassik, die E-Musik. "Niederschlagsmengen" wird auf einem Label veröffentlicht, für das Auryn Schubert, Schumann und Brahms, viel Beethoven, noch viel mehr Haydn, aber auch Bialas und Britten eingespielt haben.

Nun liegt aber hier eine Partitur auf dem Pult, die - bei allen genre-üblichen Selbstzweifeln - von einem Jazzmusiker stammt. Da läge der Begriff Thirdstream nahe, die berühmt-berüchtigte "Verschmelzung" von Klassik & Jazz.

(…)

Ob das nun Thirdstream ist oder wie oder was: "Niederschlagsmengen" sind verstörend starke Zeichen von einem Musiker, der aus dem Jazz kommt. Sie sind von einer Fantasie, die (fast) sprachlos macht

© 2014 Michael Rüsenberg

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