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--> zur Originalkritik

Mit dieser Doppelscheibe liegt schon der 21. Teil der Koroliov Serie bei Tacet vor, die die Kunst des 70-jährigen russischen und seit nunmehr 40 Jahren in Hamburg lebenden Pianisten Evgeni Koroliov vorstellt. Brahms hat für sein Instrument, das Klavier, auch 19 Intermezzi komponiert. Während sich die frühen Kompositionen in ihrem Charakter als Intermezzi, also Zwischenspiele, aus dem Zusammenhang mit den anderen Stücken des jeweiligen Zyklus erschließen, haben die späten Beiträge zur Gattung eine eigenständige Erzählweise aus sich heraus.

Die Spielweise von Koroliov ist aufs Detail ausgerichtet, was ein wenig spröde wirken könnte, würde es Koroliov nicht gelingen, immer den Wesensgehalt der Musik zu erspüren und mit seinem sehr persönlichen Stil zur Geltung zu bringen. Er gibt der Musik die Zeit, die sie benötigt, sich frei zu entwickeln. Damit entwickelt er gelassen ausgelotete Klangräume, die hier insbesondere bei den früheren Intermezzi erfordern, dass man sich dem Gehörten widmet, um die Feinheiten zu genießen. Die zweite CD mit den späten, letzten reinen Klavierkompositionen aus Brahms Feder zeigen eine größere Beweglichkeit und bieten einen unmittelbareren Hörzugang, so dass diese zweite kürzere CD, andere Label hätten die Spielzeit auf einer CD vereint, den Hörer direkter anspricht.

Wie immer bei Tacet prickelt die Aufnahme mit technischer Makellosigkeit, die trotzdem lebendig wirkt.

Uwe Krusch

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