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Mit Engelzungen (--> Original-Artikel)

(…) Das Sächsische Vokalensemble unter der Leitung von Matthias Jung musiziert 22 Motetten, darunter zahlreiche Neuheiten.
Dass sich das Ensemble für eine reine Vokalbesetzung entschieden hat, betont zunächst die retrospektiven Momente der Musik, lässt einen aber dafür Bouzignacs Konzeption in besonderer Reinheit erleben. Ein besonderer Clou der Produktion ist nämlich die von Stück zu Stück wechselnde Aufstellung der Stimmgruppen, wobei die ausgefeilte Klangregie erst im Surround-Sound ihre ganze Wirkung entfaltet. Man fühlt sich mittendrin im himmlischen Getümmel.
Doch auch stereo ist diese sinnliche Darbietung von höchster Qualität, zumal das Klangbild in Punkto Wärme und Körperlichkeit keine Wünsche offen lässt. Das Sächsische Vokalensemble, das über knabenhaft schlanke Soprane verfügt, singt mit Engelzungen, lupenrein und schwerelos. Wie schon bei Christie ist das für hohe Stimmen gesetzte Tota pulchra est von schwer erträglicher Schönheit. Vorteilhaft unterstreichen die im Vergleich mit der älteren Aufnahme etwas schnelleren Tempi in den Dialogmotetten die Dramatik der Musik. Gesungen wird übrigens in "normalen", nicht in französisiertem Latein ("sanctüs dominüs"). Vorzüglich ist auch der Begleittext von Gregor Hermann. (…)
Georg Henkel

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