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--> zur Originalkritik

Schon die erste Veröffentlichung mit mittelalterlicher Musik aus Dänemark wurde 2018 von den ICMA preisgekrönt. Unter der Leitung von Agnieszka Budzinska-Bennett legt das Ensemble Peregrina nun eine weitere Veröffentlichung vor, die die Musik der gleichen Zeit wieder aus dem Ostseeraum, jetzt aus Finnland und Schweden, vorstellt. Aus dem 15. Jahrhundert stammen diese Werke, die für die schwedische Musik auf einstimmige klerikale Gesänge aus dem Birgittinerköstern in den Fokus nimmt. Die Nonne Birgitta gründete einen Orden, in dessen Liturgie diese einzigen nur für Nonnen geschriebenen Werke aufgeführt wurden. Für die finnische Seite wurden Lieder für Heilige ausgewählt, die schon im 11. Jahrhundert ins Land gekommen waren. Mit ihnen wird auch ein Lob auf einen englischen Missionar besungen, der von einem finnischen Heiden erschlagen wurde.

Nach Jahren intensiver Forschung in den Quellen zeigt das in Basel beheimatete Ensemble Peregrina jetzt die Ergebnisse in hörbarer Form. In vierundzwanzig Schritten, unterteilt in fünf thematische Abschnitte, lassen sie die Musik auferstehen. Wie auch die Ordensschwester Birgitta, die nach Santiago de Compostela und Rom pilgerte, so spielt auch der Name Peregrina auf die Umherziehenden dieser Zeit an. Das bedeutet in direkter Sicht natürlich die räumliche Veränderung. Gleichzeitig spielt er aber auch auf geistige Offenheit und mentale Veränderungsbereitschaft an. Mit dieser Neugier haben sie sich tief in die Materie eingefuchst. Das führte zunächst zu einem eingehenden Verständnis bei dem Chor und in bietet in der Folge auch den interessierten Hörern wegen der überragenden Ausführung einen mitreißenden Zugang zu dieser alten Musik.

Die Eloquenz des Gesangs und die Feinheit der Stimmführung lassen die Stimmen, die ohnehin den einstimmigen Linien folgen, noch intensiver verschmelzen, ohne dass deswegen ein Brei entstehen würde. Vielmehr gestalten die neun Mitwirkenden ein enges Beziehungsgeflecht, das feinste Fäden schimmern lässt.

Uwe Krusch

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