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"Ich war sehr gespannt, als ich diese CD mit Schubert-Trios in die Hand nahm, weil ich die Geigerin Anne Katharina Schreiber und die Cellistin Kristin von der Goltz als hervorragende Barock- und Klassikspezialisten kannte, u.a. vom Freiburger Barockorchester. Die erste Überraschung war, dass sie nicht auf historischen Instrumenten spielen. Ich hätte aber gern gewusst, was für ein Klavier Jutta Ernst bei dieser Aufnahme spielt, denn es klingt zauberhaft. Die Streicher sowieso. Die zweite, noch größere Überraschung kam, als ich die CD auflegte und zuerst den Triosatz D 28 hörte, den Schubert mit 15 Jahren komponiert hatte - ein Stück, das normalerweise nicht ernst genommen und bei Einspielungen hinten versteckt wird. Hier aber erlebt man ein Stück allerfeinster Kammermusik, gar nicht unreif, sondern schon unverkennbar Schubert, von beseligender Balance zwischen Melancholie und Luzidität. Das Hauptwerk ist trotzdem das Trio D 898 aus Schuberts letztem Lebensjahr. Vor zwei Jahren habe ich schon einmal eine herausragende Schubert-Aufnahme in crescendo empfohlen, damals mit dem Wiener Klaviertrio. Diese steht ihr nicht nach, ist aber völlig anders. Sie ist heller timbriert, feiner, durchsichtiger, weniger angriffslustig. Während die Wiener bevorzugt mit Lautstärkedifferenzierung und Agogik gestalten, besticht das Trio Vivente besonders durch plastische Artikulation. Am Ende der Exposition im ersten Satz gibt es eine frappante Stelle, wo Klavier und Streicher gegeneinander Triolen und Quartolen spielen. Noch nie habe ich das so spritzig gehört wie hier."
PSa

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